Thema Mobbing geht Schüler und Eltern nahe
Seit mehr als 20 Jahren gastiert das englische White Horse Theatre an der Realschule in Schwendi. Dieses Jahr kamen bei einer Abendveranstaltung auf Einladung des Fördervereins erstmals auch die Eltern in den Genuss, die professionellen Schauspieler agieren zu sehen.
Mit „Sticks and Stones“ hat Theaterboss Peter Griffith ein Stück zur Gewaltprävention geschrieben. Es setzt sich mit Mobbing unter Schülern auseinander. Im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass Tony, ein Mobbingopfer, kein Verständnis bei seiner Mutter findet und sich dadurch noch größerer Brutalität gegenübersieht. Ruth, die neu in eine Klasse kommt, wird beleidigt, missachtet, ausgegrenzt. Sie erfährt keine körperliche Gewalt, doch Worte können oft genauso verletzend sein.
Das Stück analysiert aber auch die Situation der Opfer, die unter Unsicherheit und Hilflosigkeit leiden. Es gewährt außerdem Einblicke in die Motive der Täter. Dieses Drama wendet sich aber genauso an die Zuschauer und Mitläufer, die Aggressivität durch ihr passives Verhalten unterstützen.
Beim Publikum spürte man in verschiedenen Szenen deutlich eine gewisse Anspannung, Betroffenheit und Mitleid mit den Mobbingopfern. Rektor Ulrich Scheurenbrand meinte: „Dieses Stück hat mich sehr beeindruckt, eigentlich sollten alle unsere Schüler die Gelegenheit haben, sich es anzuschauen und mit der Problematik auseinanderzusetzen.“
Einen Tag später spielten die gleichen Schauspieler, nämlich Julia Thorne, Rosie Thorpe, Christian Rennie und Angus Templeton für die Klassen 5 und 6 das Märchen „The Weasel in the Sack“. Es erinnert in weiten Teilen an das deutsche Märchen „Aschenputtel“. Die Kinder freuten sich an vielen lustigen, witzigen Szenen. Auch hier werden am Schluss die bösen Mächte besiegt. Gleich nach der Vorstellung konnten sich die Schauspieler kaum vor Autogrammbitten retten, erfüllten diese Schülerwünsche aber sehr geduldig.
Text und Bilder: Otto Marx
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