Der „Martinusladen“ in Laupheim

Martinusladen

Es ist schon ein komisches Gefühl, einen Lebensmittelladen zu betreten, in dem es keine großen Werbeplakate, keine tolle Beleuchtung und keine Einkaufswagen gibt, in dem auch die Regale ziemlich leer und nur mit Mehl, Zucker, Öl, Butter, Marmelade und einigen Dosenprodukten bestückt sind.

Alles gibt es zwar zum halben Preis, aber von Auswahl keine Spur, sondern eher ein bescheidenes Angebot.

Die frischen Sachen, wie Obst und Gemüse, werden erst am Eröffnungstag von den umliegenden Supermärkten geholt. Sie müssen aber vorher noch sortiert werden, denn nicht mehr alles ist brauchbar.

Trotzdem schon vor Ladenöffnung stehen bis zu 40 Menschen in der Schlange. Zuvor müssen sie eine Nummer ziehen, weil immer jeweils höchstens 10 Personen zum Einkaufen in den Laden dürfen, so klein und eng ist der „Martinusladen“.

Da kann es sein, dass manche bis zu einer Stunde warten müssen, um dann endlich einkaufen zu können. Viele nehmen das gerne in Kauf, denn für etwa 10,- € kann man so viele Lebensmittel kaufen, dass es wieder für die nächsten Tage reicht.

Vor allem Flüchtlinge, Arbeitslose, aber auch alte Menschen mit geringer Rente oder alleinerziehende Mütter gehören zum Kundenkreis des „Martinusladens“. Nicht wenige schämen sich, in diesem Laden einkaufen gehen zu müssen, so erzählt uns Frau Demuth, die schon seit vielen Jahren den „Martinusladen“ leitet.

Unseren Schülern wurde bewusst, wie wichtig dieser Laden für viele arme Menschen geworden ist und nachdem Frau Demuth über ihre Arbeit im „Martinusladen“ berichtet hatte, sagte ein Schüler ganz spontan: „Und ich dachte, Deutschland wäre ein reiches Land, und dann so ein Laden!“

Ich denke, es war für alle wichtig wahrzunehmen, wie viel Armut es doch in diesem reichen Land gibt.

Auch wenn unsere Lebensmittelspenden nur ein kleiner Beitrag für die Arbeit des „Martinusladen“ sind, so möchte ich mich bei allen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern bedanken, die diese Aktion unterstützt haben, und besonders auch bei den Schülerinnen und Schülern, die Interesse gezeigt haben und dabei waren, die Lebensmittel zu überbringen.

Ein besonderen Dank auch an Frau Haller, Frau Pfänder, Frau Wegmann und Frau Wiedmann für die ganze Organisation dieser Aktion.

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