Immer mehr bedürftige Menschen – Der Martinusladen in Laupheim hilft

Schüler der Realschule Schwendi haben sich auf dem Weg zum Martinusladen in Laupheim gemacht. Normalerweise machen die großen Supermärkte und Discounter schon mit großen Werbetafeln und Leuchtreklamen auf sich aufmerksam, den Martinusladen jedoch übersieht man leicht. Ein einfaches Schild über dem Eingang, das Schaufenster herbstlich dekoriert und ohne die großen Lebensmittelsonderangebotsplakate.

Und im Laden selbst? Wenn wir normalerweise einkaufen gehen, haben wir eine so große Angebotsauswahl, dass keine Wünsche offenbleiben. In diesen Räumlichkeiten ist alles sehr übersichtlich.

Die Grundnahrungsmittel werden immer dazugekauft und stehen nun in den noch fast leeren Regalen. An den Öffnungstagen wird das Angebot dann größer sein.

Frau Demuth, die Leiterin des Martinusladens, erklärte den Schülern: „Tag für Tag werden in Deutschland Tonnen von Lebensmitteln vernichtet. Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern; Brot und Backwaren, die sich am Herstellungstag nicht verkaufen ließen; Lebensmittel, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen; einwandfreie Waren aus Überschussproduktionen; und das, obwohl bedürftige Menschen dringend diese Lebensmittel bräuchten.

Deshalb werden Frau Demuth und ihr Team morgen wieder unterwegs sein und zu den Supermärkten fahren, um Lebensmittelspenden einzusammeln, die dann das Sortiment des Ladens darstellen. Große Auswahl ist meist Fehlanzeige.

„Die Zahl unserer Kunden wird immer größer, d.h. unser Martinusladen wird sehr gut angenommen!“, erzählt Frau Demuth. Das hört sich gut an, aber dass es überhaupt solche Läden bei uns geben muss, machte doch einige der Schüler sehr nachdenklich.

In Deutschland, das sagen die Zahlen des statistischen Bundesamts, gib es rund 11,5 Millionen Menschen, die mit ihrem verfügbaren Einkommen unter der Armutsgrenze liegen. Es sind vor allem alleinerziehende Mütter, Menschen ohne Arbeit, Flüchtlingsfamilien und ältere Menschen, die eine sehr geringe Rente bekommen und so auf Einrichtungen wie den Martinusladen angewiesen sind.

Die Schüler haben, wie in den Jahren zuvor, wieder eine Martinusladen- Aktion gestartet und in allen Klassen wurde eine große Menge an Lebensmittel eingesammelt. Die Lebensmittelspende ist mit Sicherheit nur ein ganz kleiner Beitrag für den Martinusladen, aber vielleicht bringt es das Thema „Armut in Deutschland“ wieder in das Bewusstsein der Leute und vielleicht wächst auch der Kreis der Unterstützer für einen Laden, den es eigentlich so gar nicht geben sollte.

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